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20 Jahre Gentechnik-Volksbegehren: GLOBAL 2000 zieht mit AkteurInnen von damals Bilanz

11.04.2017, 10:40 | OTS0059 | GLOBAL 2000

20 Jahre Gentechnik-Volksbegehren: GLOBAL 2000 zieht mit AkteurInnen von damals Bilanz

Österreichs Felder sind gentechnikfrei, doch Gentechnikkonzerne versuchen neuen Vorstoß

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(Wien/OTS) – Anlässlich des vor 20 Jahren von GLOBAL 2000 initiierten Volksbegehrens gegen Gentechnik präsentiert die Umweltschutzorganisation heute ein Video, in dem sich AkteurInnen von damals erinnern, wie es zu dem bahnbrechenden und nachhaltigen Erfolg kam: 1.226.551Menschen beteiligten sich an dem bis dato zweiterfolgreichsten Volksbegehren der österreichischen Geschichte und sprachen sich mit einem klaren Nein gegen Gentechnik aus.

Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums haben sich die damaligen GLOBAL 2000-Aktivisten Uli Sima, heute Wiener Umweltstadträtin und zuständig für Wiens Landwirtschaft, und Lothar Lockl, Wahlkampfmanager von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, bereit erklärt, sich in einem neuen Video von GLOBAL 2000 zurück zu erinnern. Gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter ziehen sie Bilanz:

„Wir können sehr stolz sein, dass wir Pioniere waren“, meint Uli Sima, die vor 20 Jahren maßgeblich an der Umsetzung und dem Erfolg des Volksbegehrens in ihrer Rolle als GLOBAL 2000-Aktivistin beteiligt war, „Die öffentliche Meinung und die Willenskundgebung waren eindeutig.“

Lothar Lockl, damals ebenfalls GLOBAL 2000-Aktivist, erklärt den riesigen Erfolg des Volksbegehrens so: „Es hat sich eine überraschende Allianz gebildet: GLOBAL 2000, Akteure der Umweltbewegung, Bauern, die katholische und evangelische Kirche und Tierschützer. Alle gemeinsam haben an einem Strang gezogen. Viele, die uns am Anfang skeptisch gegenüber gestanden sind – aus der Wirtschaft, der Industrie, der Politik – waren dann plötzlich auf unserer Seite, weil klar war, die Konsumenten sind sensibilisiert.“

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter unterstreicht im Video die bis heute gültige Rolle Österreichs: „Wir haben damals wirklich eine Führungsrolle in der Frage der Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft übernommen, auch auf EU-Ebene.“

Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin von GLOBAL 2000: „Ich freue mich besonders, dass GLOBAL 2000 gleich zu Beginn die Brisanz der Gentechnik für Umwelt und Landwirtschaft erkannt hatte und dass sich zwei so namhafte Persönlichkeiten, damals als GLOBAL 2000-Aktivisten, so vehement gegen Gentechnik eingesetzt haben.“

Die Gefahr ist nicht gebannt – Wir müssen weiter wachsam sein

Einig sind sich all drei, dass es bereits eine neue Form der Gentechnik gibt, die unsere Felder quasi „durch die Hintertüre“ besiedeln könnte. Bei den so genannten „Neuen Züchtungstechniken“ werden gentechnische Methoden wie die Genschere (CRISPR/Cas) angewendet, um das Genom der Pflanze zu verändern. Diesmal werden nicht artfremde Gene eingefügt, um die Eigenschaften der Pflanze zu verändern, wie dies bei der herkömmlichen (Trans)Gentechnik der Fall ist, sondern Herbizidresistenzen oder andere neue Eigenschaften werden durch das Austauschen, Abschalten oder Einfügen arteigener Gene erwirkt. Der Nachweis dieser Methoden im Endprodukt ist schwierig bis derzeit unmöglich. Genau deshalb pochen Gentechnik-Konzerne darauf, dass es keine Kennzeichnung für diese neue Gentechnik geben soll. Doch die Auswirkungen sind wie bei der klassischen Gentechnik auch für die Umwelt fatal.

Uli Sima mahnt zur Wachsamkeit und weist auf den neuerlichen Vorstoß der Gentechnik-Industrie hin: „Unsere Gegner schlafen nicht.“

Auch Lothar Lockl warnt vor der neuen Gentechnik: „Es gibt immer wieder Versuche, die Gentechnik durch die Hintertür unterzuschmuggeln. Da muss man wachsam sein.“

Und Landwirtschaftsminister Rupprechter fordert im Video klar: „Es müssen vor allem auch die neuen Züchtungstechniken klar registriert werden.“

GLOBAL 2000 fordert, dass eben diese sogenannten „Neuen Züchtungstechniken“ als Gentechnik auch auf EU-Ebene eingeordnet werden. Heidemarie Porstner: „Nur so kann gewährleistet werden, dass es ein strenges Zulassungsverfahren mit Risikoprüfung und eine klare Kennzeichnung als Gentechnik gibt. Sonst findet sich bald genau das auf unseren Feldern und Tellern wieder, was die ÖsterreicherInnen schon vor 20 Jahren klar abgelehnt haben: Gentechnik durch die Hintertür.

Rückfragehinweis:
Heidemarie Porstner, GLOBAL 2000 TTIP- & CETA-Sprecherin, 0699 14 2000 52, heidemarie.porstner@global2000.at
Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher, 0699 14 2000 20, michael.lachsteiner@global2000.at

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